Wie ein kurzer Urlaub… Segelflugwanderung mit Zwischenstopp in LOGO

Alles begann vor gut einer Woche. Anhand des Wettertrends, der ja über einen Zeitraum von mehr als drei Tagen nicht viel mehr als Glaskugel-Lesen aussagt, hatte ich mir diese Woche Dienstag und Mitwoch freigenommen. Wie sich herausstellte war diese Entscheidung goldrichitg.
Auch Max hatte Zeit und somit wurden Dienstag früh die Flieger hergerichtet. Schon vor Saisonbeginn hatten wir uns vorgenommen einmal einen Ausflug mit Zwischenstop auf einem anderen Flugplatz zu wagen. Zahnbürste und Co waren somit ohnehin dabei.
Der Plan war ganz einfach. Am ersten Tag so weit Richtung Westen, wie es die Bedingungen erlauben, um dann nach einer relativ späten Wende in Niederöblarn einzukehren. Das machte die Entscheidung leicht, sich einen ausgiebigeren Schlepp bis zum Hengst in 2000m zu gönnen. Dort war auch sofort Anschluss zu finden und es ging zügig Richtung Alpen.
Wir versuchten unser Glück auf zwei verschiedenen Pfaden, wobei sich der Weg nördlich Hochschwab, als der flottere erwies.

Brunnsee nördlich Hochschwab (inkl. Landewiese)

Um 13 Uhr in Liezen angekommen, war klar, dass Niederöblarn sicher zu erreichen ist und wir flogen lustig weiter Richtung Dachstein bis zum Pinzgau.

Hochalpenstraße zum Großglockner Blickrichtung Süden.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag zwischenzeitlich deutlich über 100 km/h Max wählte eine Strecke zum Gerlospass, ich bog kurz hinter Zell am See nach St. Johann in Tirol ab. Kurz nach 14 Uhr bei St. Johann angekommen war klar, dass es noch viel zu früh zum Umkehren ist, vorallem in Hinblick auf die geplante Landung in Niederöblarn. Also ging es südlich von Kufstein übers Inntal und an der Nordkette bis kurz vor Innsbruck weiter.

Position Jenbach – Blick zum Achensee hinter Bärenkopf

Eine sehr spannende Angelegenheit, wenn man zum ersten mal dort ist. Die Bedingungen nördlich Innsbruck waren nicht mehr so komfortabel wie auf der restlichen Strecke, somit wirkte das, durch Bergkämme durchzogene, Innsbrucker Segelfluggebiet oftmals sehr schmal.

Saisonziel erreicht. Der Blick auf Innsbruck

Noch schnell ein Beweisfoto für’s Album gemacht und aus Mangel an Alternativen am gleichen Weg zurück.
Zwischendurch war dann auch mal Zeit nachzusehen, wie die kleinen Bergdörfer da unten so heißen… „Ah, ok, das ist also Kitzbühel…“ stellte ich fest. smiling smiley

Kitzbühel, auf der rechten Seite die Streif

Um 16:30 Uhr nördlich Zell am See vorbei war der restliche Weg nach Niederöblarn ein Spaziergang.

Zeller See, Blickrichtung Süden

Leider bereitete mir die große Operationshöhe (Basis 3500m) etwas Probleme. Obwohl ich mich schon Stunden zuvor dafür entschieden hatte, kaum höher als 3000m zu steigen, hatte ich leichte Kopfschmerzen. Somit beschloss ich um 17:30 in Niederöblarn zu landen, bevor es aufhört Spaß zu machen. Sauerstoffanlage ist bereits bestellt…

Vorbei am Dachstein Endanflug auf LOGO

Max legte nach seiner Wende am Gerlos noch ein kleines Jojo zwischen Trieben und Schladming ein und setzte ca. 1 1/2 Stunden nach mir in LOGO auf.

Wir hatten uns schon zuvor über die tolle Infrastruktur am Flugplatz Niederöblarn schlau gemacht. Die Anlage bietet nicht nur alles was ein Flugplatz braucht, sondern schließt auch das Alpensportzentrum mit ein. Somit ist ein Hotel und diverse Sportanalgen ebenfalls vorhanden.
Am Platz waren die meisten Leute Gäste und Urlauber, was das ausgezeichnete Service in allen Belangen erklärt.
Für Übernachtung, Abendessen und Frühstück waren 48€ zu berappen. Die Anmeldegebühr (normalerweise braucht man auf dem Flugplatz eine Gäste- bzw. Zutrittskarte – Kosten ~50€) wurde uns erlassen, da wir ja nur spontan Zwischengelandet sind.

Blick aus unserem Zimmer

Startaufstellung am Tag darauf

Nach einer erholsamen Nacht musste Max relativ früh zurück in Wien sein. Ohne Umwege brauchte er vom Ausklinken bis zur Landung in Neustadt effiziente 1 1/2 Stunden.
Ich flog noch ein kleines Stück nach Westen, drehte dann aber wegen blauen Himmels und beginnender Abschattung ebenfalls um.

Die Wende Richtung Heimat über der Planai in Schladming

Wie sich nachher zeigte wäre es jedoch auch im Westen gut gegangen. Um drei Uhr am Schneeberg angekommen drehte ich noch einmal, für ein kleines Jojo bis kurz vor Trieben um. Ein tolles Gefühl, wenn man alles zwischen Neustadt und Liezen fast wie sein Wohnzimmer kennen lernt.
Nach ein bisschen Hangwindsurfen an der Rax landete auch ich um etwa 18 Uhr in Neustadt, bei nach wie vor tollen Bedinungen.

Der Plan ist also perfekt aufgegangen und wir erlebten zwei Tage die wir nicht so schnell vergessen werden. Eine Flugzeugwanderung mit Zwischenlandung auf einem fremden Flugplatz ist eine tolle Möglichkeit seinen fliegerischen Horizont zu erweitern und, vor allem unter der Woche, tatsächlich auch im Zuge des Vereinsbetriebs problemlos möglich.

Vielen Dank an alle Unterstützer und Helfer.